Wie ein Trucker die Welt veränderte

Nordamerika 1937: Der Spediteur Malcom McLean kommt nach einer stressigen Nacht hinter dem Steuer seines mit Baumwolle beladenen Trucks endlich am Hafen von New York an. Was nun folgt ist für ihn noch schlimmer als jeder Stau, nervenaufreibender als jeder Defekt und doch Alltag: Der aufstrebende Unternehmer McLean wartet ungeduldig im Führerhaus während die Hafenarbeiter die gelieferten Waren ausladen. Stück für Stück. Stunden-, manchmal sogar tagelang.

Nur um ein Gefühl dafür zu bekommen, was für ein großes Problem das Be- und Entladen damaliger Tage war: Eine Lieferung von New York nach London nahm ebenso viel Zeit beim Umladen an den Häfen in Anspruch, wie sie die ganze Schifffahrt quer durch den Atlantischen Ozean benötigte.

Das machte McLean verrückt. Ohnehin war er, der Sohn von Bauern aus dem Provinznest Maxton im Bundesstaat North Carolina keiner der Dinge einfach so hinnimmt wie sie sind. Als Schulabbrecher begann er einen Job bei einer Tankstelle. Mit einem alten, rostigen Truck Treibstoff aus dem 40km entfernten Fayetteville zu liefern brachte ihm damals fünf Dollar pro Woche ein. Weniger als ein Jahr später besaß er bereits zwei Lastwägen und hatte einen angestellten Fahrer. Bis zum Anfang des zweiten Weltkriegs verfügte er über sage und schreibe 172 Trucks und das Geschäft boomte weiter!

Als erster Fuhrunternehmer der ausschließlich auf Diesel als Treibstoff setzte und einer der ersten, der seinen Fahrern die effizientesten und schnellsten Routen berechnete, statt einfach den direktesten Weg zu nehmen setzte er nicht nur in Sachen Innovationen Standards, ab Anfang der 1950er Jahre gehörte er mit seiner 1700 Fahrzeuge starken Flotte auch zu den drei größten Speditionsunternehmern der gesamten Vereinigten Staaten.

Doch sein größter Geniestreich sollte ihm erst im Jahre 1956 gelingen. Nachdem er 20 Jahre lang über die Probleme an den Häfen nachgedacht hatte kam ihm endlich die Idee wie er die Geschichte der Häfen als Flaschenhals der Internationalen Logistik beenden konnte. Zwischenzeitlich war er groß genug um entsprechende Investitionen zu tätigen, und so entschied er sich Schiffe zu kaufen. Seine Konkurrenten belächelten ihn zunächst, doch McLean ahnte wohl damals schon dass zuletzt wohl er die Mundwinkel nach oben ziehen würde. Zunächst experimentierte er damit die Anhänger direkt auf die Schiffe zu fahren und dort zu belassen. Doch diese Vorgehensweise verwarf er bald wieder. Er vergeudete so schlichtweg zu viele wertvolle Ressourcen. Die Anhänger nahmen auf den Schiffen nicht nur Unmengen an Platz weg, sie waren auch außerordentlich schwer und konnten während Sie auf den Weltmeeren umherschipperten nicht ihrer eigentlichen Bestimmung nachkommen.

Die Lösung waren Container. Nicht irgendwelche Container, diese gab es bereits zuhauf, sondern Systemcontainer die sowohl auf seinen Trucks, als auch auf seinen eigens dafür ausgerüsteten Schiffen Platz fanden. Außerdem benötigte er noch Kräne die für solche Lasten ausgelegt waren. Auch hier ging er außergewöhnliche Wege: Er gab die Spezialkräne bei einem Zulieferer für Sägewerke in Auftrag.

Am 26. April 1956 war es schließlich soweit. Der erste Systemcontainer-Transport von New York nach Houston Texas, entlang der Ostküste der USA, sollte nach akribischer Vorbereitung beweisen dass er den Internationalen Handel revolutionieren könne. Mit Erfolg! Statt der sonst üblichen drei Tage wurde das Schiff in acht Stunden beladen. Der Transport einer Tonne Waren von New York nach Houston kostete so hochgerechnet 15 Cent. Bisher beliefen sich die Kosten pro Tonne für einen derartigen Transport auf Fünf Dollar und 58 Cent.

Der Anfang für die Globale Wirtschaft wie wir sie heute kennen war gemacht. Malcom McLeans Idee gilt bis heute als die Zweitgrößte Innovation des 20. Jahrhunderts, nach dem Computer.

In diesem Sinne wünschen wir, die Allpack Süd GmbH ihnen größtmöglichen Erfolg, und trauen Sie sich ruhig auch einmal außergewöhnliche Wege zu gehen.

Wir lesen uns wieder.

Euer Allpack Süd Team.